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Wir transportierten mit dem Boot Teil unserer Essens- und Wasservorräte, Benzin, Computer und Fotoausrüstungen. Einer der Bootsbesatzung half uns, die Sachen mit einem Mini-Schlauchboot schwimmenderweise zum Felsen zu schleppen. Danach waren wir dran, das ganze Material bis zum Leuchtfeuer, etwa 25m über dem Wasserspiegel zu bringen.
Es war ein sehr anstrengendes Unterfangen bei großer Hitze und dazu noch ein fürchterlicher Gestank von Vogelexkrementen (Guano). Der Weg war SEHR beschwerlich, da man alles über größere Steine schleppen
mussten, die zum Teil nachgaben, so daß man stolperte oder ausrutschte.
Wegen des hellen Untergrundes war man stark geblendet, daß man nur schlecht sehen konnte.
Oben am Leuchtfeuer kamen wir ins Reich der Tölpel. Es herrscht dort ein großer Lärm und Betrieb und man
muss aufpassen, um keinen Ärger mit den "Eingeborenen" zu bekommen.
Alles war sehr beschwerlich und wir waren total erschöpft, besonders diejenigen, die den schweren Benzinbehälter schleppten.
Auf Farallón Centinela leben Hunderte
von Tölpeln, die dort brüten und ihre Jungen aufziehen. Etwa alle 50-70 cm sieht man einen Nistplatz. Ein Tölpel hat etwa die Größe eine Huhnes, aber einen RIESENschnabel und eine enorme Spannweite der Flügel, die 3fach "ausklappbar" sind. Die Tölpel bauen keine Nester, da es kein Baumaterial auf dem Felsen gibt. Wir haben
keine einzige Pflanze vorgefunden. Eier und Jungvögel liegen also auf nacktem Stein.
Die Eltern und Jungvögel sind nicht aggressiv, so lange man sich nicht auf weniger als 30-40 cm Entfernung nähert.
Ich habe mir ein gut sichtbares "Andenken" am linken Bein eingefangen, als ich bei einem Schritt nicht richtig kalkuliert hatte.
Jedes Tölpel-Paar hat sein Territorium, welches mit Schnabelhieben verteidigt wird, sollte sich ein anderer Vogel (aber auch Jungtier) dort verirrt haben.
Die Brutzone der Tölpel ist in der Nähe des Leuchtfeuers. Wie wir später am Abend feststellten, ist der untere Bereich des Felsens (der relativ leicht abfallende Südhang) das Übernachtungsgebiet von (nichtbrütenden) Tölpeln, die sich tagsüber weit entfernt von Farallón Centinela aufhalten.
Nachdem wir unser Gepäck komplett am Leuchtfeuer hatten, nahmen wir telefonisch Kontakt zu einem Flugplatz in Caracas auf, wo unsere beiden Logistiker (YV5MHX und YV5NCZ) schon in den Startlöchern standen. Unser Schwergut war schon von ihnen in einen Hubschrauber geladen worden, der startbereit auf unser Signal wartete.
Nach unserem Anruf setzte sich der Flieger in Bewegung und traf etwa 1/2 Stunde später am Felsen ein. |